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Wie alles seinen Anfang nahm – die Legende der TÜBI YOUNG LIONS

Es war an einem Sonntag Morgen im Frühsommer, vor ein paar Jahren, als Raimondo Chiacchiera’s Gedanken sich um eine derbe Niederlage drehten. Der Misserfolg machte ihm sehr zu schaffen und so überlegte er sich, wie er eine solche Blamage in Zukunft verhindern konnte.

Während er über neue, effizientere Trainingsmethoden nachdachte, bemerkte er am anderen Ende des Fussballfeldes einen Mann. Da die Sonne an diesem Morgen schon sehr stark war, kniff er die Augen zusammen und spähte konzentriert in dessen Richtung. Er traute seinen Augen kaum. Nein, das konnte nicht sein. Er schaute noch mal genauer hin. Und doch, er war es. Dort stand Diego Maradona. Diego „Der Goldjunge“. Diego „Die Hand Gottes“- wie man ihn auch nannte. Diego, sein größtes Vorbild.

Hin und hergerissen zwischen Ungläubigkeit und kindlicher Freude lief er auf Diego zu, als plötzlich das nächste Unglaubliche eintrat: Vor Maradona baute sich- scheinbar aus dem Nichts erscheinend- ein ausgewachsener Löwe auf. Ein Löwe wie er ihn schon hundert Mal gesehen hatte. Bis dahin jedoch nur im Fernsehen oder Zoo. Das Raubtier schaute Diego Maradona direkt in die Augen. Wie ein Jäger, der seine Beute betrachtet. Die Zeit schien stehen zu bleiben. Keiner der beiden interessierte sich für Raimondo. Es gab in diesem Augenblick nur zwei Dinge von Bedeutung: Diego und der Löwe.

Der Löwe riss sein Maul auf und zeigte seine messerscharfen Zähne. Diego ließ beinahe den Ball fallen, den er in den Händen hielt.

Ehrfürchtig betrachtete Raimondo dieses Bild. Bis sich plötzlich der Löwe in Bewegung setzte und auf Maradona zu rannte. Diego tat dasselbe und sprintete dem Löwen entgegen. Als der Löwe zum Sprung ansetzte, bereit Diego mit seinen Klauen zu treffen,  holte dieser zum Schuss aus und zielte direkt auf den Löwen. Diego trat den Ball mit voller Wucht. Der Ball zischte durch die Luft, schneller als jeder Schuss eines Fussballers zuvor. 

Abermals schien die Zeit stehen zu bleiben. Bis der Ball den Löwen traf. Raimondo wusste nicht, was er hätte erwarten sollen und so staunte er erneut, als der Löwe sich nach dem Treffer einfach in Luft auflöste, der Ball zu Boden fiel und auf dem Rasen liegen blieb. 

Maradona hatte sich dem Ball inzwischen genähert, hob ihn auf und flüsterte ihm zu: „Vorerst bist du gefangen. Gefangen, bis dich ein Anderer wieder zum Leben erweckt.“ Er legte den Ball wieder hin und lief ohne sich umzudrehen in Richtung aufgehende Sonne, bis Raimondo ihn nicht mehr sehen konnte. 

Raimondo blinzelte einmal. Zweimal. Schaute sich verblüfft um und musste feststellen, dass sich nichts verändert hatte. Alles war noch genau so, wie vorhin, als er neue Trainingsmethoden auf dem Platz austüftelte. Alles außer dem Ball. Der Ball von Diego Maradona. Der lag noch auf dem Platz. Und auf seiner Oberfläche prangte das Symbol eines wilden Löwen...

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